Was sie kostet – realistisch
| Posten | Musterprotokoll | Eigener Vertrag |
|---|---|---|
| Notar (Beurkundung, Anmeldung) | rund 200–350 € | 600–1.500 € |
| Handelsregister-Eintragung | 150 € | 150 € |
| Gewerbeanmeldung | 20–65 € | 20–65 € |
| Stammkapital (bleibt dein Geld) | ab 1 € | ab 1 € |
| Summe Gründung | ab rund 400 € | 800–1.700 € |
| Buchhaltung und Jahresabschluss, jährlich | 1.000–2.500 € | |
Die Online-Beurkundung per Videokommunikation ist möglich; sie kostet 25 € je Beurkundung und 8 € je Beglaubigung zusätzlich, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer – und spart die Anfahrt.
Warum 1 € Stammkapital eine schlechte Idee ist
Erlaubt ist es. Sinnvoll ist es nicht, und zwar aus drei Gründen:
- Die Gründungskosten müssen bezahlt werden. Notar und Registergericht kosten mehrere hundert Euro. Mit 1 € Kapital ist die Gesellschaft am Tag ihrer Entstehung überschuldet – und der Geschäftsführer steht sofort in der Insolvenzantragspflicht.
- Das Kapital steht im Handelsregister. Jeder Lieferant, jede Bank und jeder größere Kunde kann nachsehen. „Stammkapital: 1 €“ ist ein Signal, und kein gutes.
- Es gibt keinen Puffer. Die erste unbezahlte Rechnung bringt die Gesellschaft in Schieflage.
Wer eine UG gründet, sollte 1.000 bis 5.000 € einlegen – genug, um die Gründungskosten und die ersten Monate zu tragen. Das Geld ist nicht weg, es gehört der Gesellschaft und wird von ihr ausgegeben.
Die Rücklagenpflicht
Was das praktisch bedeutet: Von 20.000 € Gewinn bleiben 15.000 € zur Ausschüttung, 5.000 € sind gebunden. Die Rücklage ist keine Steuer – das Geld bleibt in der Gesellschaft und arbeitet dort weiter. Aber es steht nicht zur freien Verfügung.
Wer in einem Jahr Verlust macht, muss nichts zurücklegen. Wer nie Gewinn macht, bleibt dauerhaft UG. Die Umwandlung in eine GmbH ist erlaubt, sobald 25.000 € beisammen sind, und sie ist nicht verpflichtend – manche Gesellschaften bleiben bewusst UG.
Wogegen die Haftungsbeschränkung nicht hilft
Die UG schützt dein Privatvermögen vor Geschäftsschulden. Sie schützt es nicht vor:
| Fall | Warum nicht |
|---|---|
| Bankkredit | Banken verlangen bei kleinen Gesellschaften nahezu immer eine persönliche Bürgschaft – damit ist die Beschränkung genau dort weg, wo es um Geld geht. |
| Nicht abgeführte Lohnsteuer und Sozialabgaben | Dafür haftet der Geschäftsführer persönlich, § 69 AO und § 823 BGB. |
| Verspäteter Insolvenzantrag | Drei Wochen nach Zahlungsunfähigkeit ist Schluss; danach wird es persönlich und strafrechtlich. |
| Eigene Fehler in der Leistung | Berufsfehler deckt eine Haftpflicht, keine Rechtsform. |
| Vermischung von Privat- und Gesellschaftsvermögen | Wer die Trennung nicht einhält, verliert sie im Zweifel auch rechtlich. |
Das Wichtigste am Namen
Der Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)“ muss vollständig geführt werden – im Briefkopf, auf Rechnungen, im Impressum, an der Tür. Die Abkürzung „UG“ allein genügt nicht.
Wer den Zusatz weglässt, haftet nach ständiger Rechtsprechung persönlich für den Vertrag, bei dem er gefehlt hat: Der Geschäftspartner durfte darauf vertrauen, mit jemandem zu tun zu haben, der voll haftet. Das ist der billigste vermeidbare Fehler der ganzen Rechtsform – und er passiert regelmäßig, weil das Rechnungsprogramm den Zusatz nicht mitgespeichert hat.
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Erste Rechnung schreiben – kostenlosHäufige Fragen
Wie lange dauert die Gründung einer UG?
Vom Notartermin bis zur Eintragung typischerweise zwei bis sechs Wochen. Handeln darfst du schon vorher als „UG i. G.“ (in Gründung) – dann haftest du allerdings bis zur Eintragung noch persönlich.
Kann ich eine UG allein gründen?
Ja. Ein Gesellschafter, der zugleich Geschäftsführer ist, ist der Normalfall – dafür ist das Musterprotokoll gemacht.
Muss ich mir als Geschäftsführer ein Gehalt zahlen?
Nein, aber wenn du eins zahlst, muss es angemessen und wie ein normales Arbeitsverhältnis abgerechnet werden – mit Lohnsteuer und in vielen Fällen Sozialabgaben. Verdeckte Gewinnausschüttungen sind der Klassiker unter den Betriebsprüfungsfeststellungen.
Zahlt eine UG Gewerbesteuer ab dem ersten Euro?
Ja. Der Freibetrag von 24.500 € gilt nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften, nicht für Kapitalgesellschaften. Das ist einer der wichtigsten Kostenunterschiede.
Kann eine UG Kleinunternehmerin nach § 19 UStG sein?
Ja. Die Kleinunternehmerregelung hängt am Umsatz, nicht an der Rechtsform. Eine UG unter 25.000 € Vorjahresumsatz kann sie in Anspruch nehmen.
Rechtsgrundlagen
Diese Seite stützt sich auf folgende Vorschriften. Wir nennen sie, damit du selbst nachlesen kannst – nicht als Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.
- § 5a GmbHG – Unternehmergesellschaft, Rücklagenpflicht, Firmenzusatz
- § 5 GmbHG – Stammkapital
- § 35a GmbHG – Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen
- § 15a InsO – Insolvenzantragspflicht des Geschäftsführers
- § 69 AO – Haftung des Geschäftsführers für Steuern