Der Aufbau, den alle erwarten
| Kapitel | Umfang | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 1. Zusammenfassung | 1 Seite | Wird als Erstes gelesen und zuletzt geschrieben. Wer hier nicht überzeugt, bekommt für den Rest keine Aufmerksamkeit. |
| 2. Gründerperson | 1 Seite | Qualifikation und Erfahrung für genau diese Tätigkeit. Der wichtigste Punkt für die Agentur für Arbeit. |
| 3. Angebot | 1–2 Seiten | Was du verkaufst und welches Problem es löst. Konkret, ohne Marketingvokabular. |
| 4. Markt und Wettbewerb | 2–3 Seiten | Zielgruppe, Größe, drei bis fünf konkrete Wettbewerber mit Namen und Preisen. |
| 5. Marketing und Vertrieb | 1–2 Seiten | Wie kommen die ersten zehn Kunden? Diese Frage entscheidet mehr Gespräche als jede andere. |
| 6. Rechtsform und Organisation | ½ Seite | Kurz. Siehe Rechtsform wählen. |
| 7. Chancen und Risiken | 1 Seite | Echte Risiken nennen. Ein Plan ohne Risiken wirkt nicht optimistisch, sondern naiv. |
| 8. Finanzteil | 3–5 Seiten | Der Teil, der tatsächlich geprüft wird. |
Der Finanzteil: vier Tabellen
| Tabelle | Was drinsteht |
|---|---|
| Kapitalbedarf | Investitionen, Gründungskosten, Warenlager, Betriebsmittel für die ersten Monate – und die private Reserve zum Leben. |
| Finanzierung | Eigenkapital, Darlehen, Förderung. Muss auf den Cent zum Kapitalbedarf passen. |
| Rentabilitätsvorschau | Umsatz minus Kosten für drei Jahre, monatlich im ersten Jahr. Enthält deinen Unternehmerlohn und die Steuern. |
| Liquiditätsplan | Monatlich, mindestens 12 Monate. Wann ist Geld auf dem Konto – nicht wann ist es verdient. |
Wie hoch dein Stundensatz sein muss, damit das aufgeht, rechnet der Stundensatz-Rechner rückwärts – vom gewünschten Nettoeinkommen über Steuern und Versicherung bis zur abrechenbaren Stunde.
Was Prüfer wirklich lesen
- Die Zusammenfassung – trägt das Geschäft?
- Die Rentabilitätsvorschau – bleibt am Ende genug übrig?
- Die Qualifikation – kann diese Person das?
Alles andere ist Beleg für diese drei Punkte. Deshalb: keine 60 Seiten. Ein präziser Plan über 15 Seiten schlägt einen ausführlichen über 50 – jedes Mal.
Für den Gründungszuschuss braucht es zusätzlich die Tragfähigkeitsbescheinigung einer fachkundigen Stelle: IHK, Handwerkskammer, Steuerberater, Bank oder ein anerkannter Gründungsberater. Die prüfen genau diese drei Punkte.
Wo es kostenlose Vorlagen gibt
- Gründerplattform von KfW und BMWK – kostenloses Werkzeug mit Finanzteil.
- IHK und Handwerkskammer – Vorlagen plus kostenlose Erstberatung. Die Beratung ist bereits im Kammerbeitrag enthalten.
- Existenzgründungsportal des BMWK – Checklisten und Muster.
- AVGS-Gründungscoaching – für Empfänger von Arbeitslosengeld kann die Beratung über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein finanziert werden.
Kostenpflichtige Businessplan-Dienste sind für eine normale Kleingründung selten ihr Geld wert. Die Kammern machen dasselbe umsonst – und ihre Bescheinigung akzeptiert die Agentur für Arbeit ohnehin.
Die erste Rechnung kommt schneller, als du denkst.
ZackFertig prüft beim Tippen jede Pflichtangabe nach § 14 UStG, rechnet die Umsatzsteuer aus und macht daraus ein fertiges PDF. Ohne Konto, ohne Abo, unbegrenzt kostenlos – auch der Kleinunternehmer-Hinweis steht automatisch drin.
Erste Rechnung schreiben – kostenlosHäufige Fragen
Wie lang sollte ein Businessplan sein?
10 bis 20 Seiten plus Finanzteil und Anlagen. Für den Gründungszuschuss reichen oft 10 bis 15 Seiten; für eine Bankfinanzierung im sechsstelligen Bereich wird es mehr.
Brauche ich einen Businessplan für die Gewerbeanmeldung?
Nein. Das Gewerbeamt will nur wissen, was du tust – kein Konzept, keine Zahlen.
Was kostet eine Tragfähigkeitsbescheinigung?
Bei IHK und Handwerkskammer für Mitglieder oft kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr, bei Steuerberatern und Beratern je nach Aufwand 150 bis 500 €.
Muss ich meine Zahlen später einhalten?
Nein, es ist eine Prognose. Bei einem KfW-Darlehen wird allerdings die Mittelverwendung geprüft, und wer erkennbar unrealistisch geplant hat, bekommt Anschlussfinanzierungen schwerer.
Kann ich den Businessplan mit KI schreiben lassen?
Für Struktur und Formulierung ja. Für Marktzahlen und Wettbewerber nicht – erfundene Quellen fallen bei den Kammern sofort auf und kosten die Bescheinigung.
Rechtsgrundlagen
Diese Seite stützt sich auf folgende Vorschriften. Wir nennen sie, damit du selbst nachlesen kannst – nicht als Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.
- § 93 SGB III – Gründungszuschuss und die Stellungnahme der fachkundigen Stelle
- § 16c SGB II – Einstiegsgeld für Bürgergeld-Beziehende