GbR gründen

Zwei Leute, ein Ziel – und seit 2024 eine Rechtsform, die anders funktioniert als früher.

Stand: August 2026 · geprüft an den geltenden Vorschriften

Die GbR entsteht von selbst. Sobald zwei Personen einen gemeinsamen Zweck verfolgen und dafür zusammenwirken, steht sie – ohne Vertrag, ohne Anmeldung, ohne dass es jemand merkt. Genau das ist ihr Vorteil und ihr größtes Risiko zugleich.

Was das MoPeG seit 2024 geändert hat

Zum 1. Januar 2024 ist das Personengesellschaftsrecht zum ersten Mal seit über hundert Jahren grundlegend neu gefasst worden. Für Gründer sind drei Punkte relevant:

Eintragen oder nicht? Die ehrliche Antwort

Die Eintragung ist freiwillig – bis sie es nicht mehr ist. Es gibt keine allgemeine Pflicht. Aber für bestimmte Geschäfte ist die eGbR Voraussetzung, und dann geht es nicht mehr kurzfristig.
VorhabenEintragung nötig?
Grundstück oder Immobilie kaufenJa. Das Grundbuchamt trägt eine GbR nur ein, wenn sie im Gesellschaftsregister steht.
GmbH-Anteile halten oder erwerbenJa.
An einer OHG oder KG beteiligenJa.
Marke oder Patent auf die Gesellschaft anmeldenfaktisch ja
Dienstleistungen erbringen, Rechnungen schreibennein
Ein Geschäftskonto eröffnennein – manche Banken fragen trotzdem danach

Der Haken bei der Reihenfolge: Die Eintragung dauert ein paar Wochen und kostet Notar plus Registergebühr, zusammen meist 150–350 €. Wer erst beim Notartermin für den Immobilienkauf merkt, dass die eGbR fehlt, verschiebt den Termin. Wenn absehbar ist, dass so etwas kommt, trage vorher ein.

Die Nebenwirkung, die kaum jemand erwähnt

Wer sich als eGbR einträgt, wird zugleich meldepflichtig zum Transparenzregister – unverzüglich nach der Eintragung, ohne Übergangsfrist. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern bis 150.000 €.

Die nicht eingetragene GbR trifft diese Pflicht nicht. Das ist einer der wenigen echten Gründe, mit der Eintragung zu warten, bis sie gebraucht wird – aber eben nur, bis sie gebraucht wird.

Die Haftung: gesamtschuldnerisch

Jeder Gesellschafter haftet für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft, mit seinem gesamten Privatvermögen, und zwar in voller Höhe. Der Gläubiger sucht sich aus, wen er in Anspruch nimmt – üblicherweise den mit dem meisten Geld.

Konkret: Dein Mitgesellschafter bestellt Ware für 40.000 €, das Geschäft scheitert, er ist zahlungsunfähig. Dann zahlst du 40.000 €. Nicht 20.000 €, und nicht anteilig nach Gesellschaftsanteil.

Der interne Ausgleich zwischen euch ändert daran nichts – er gibt dir nur einen Anspruch gegen jemanden, der gerade kein Geld hat. Wer damit nicht leben kann, gründet eine GmbH und keine GbR.

Vier Punkte, die in den Vertrag gehören

Ohne Vertrag gilt das Gesetz, und das Gesetz meint es selten so, wie ihr es meint. Die vier Punkte, an denen GbRs regelmäßig scheitern:

Ein Gesellschaftsvertrag für eine kleine GbR ist beim Anwalt eine Sache von wenigen hundert Euro. Gemessen an dem, was ein Streit ohne Vertrag kostet, ist das nichts.

Rechnungen der GbR

Auf der Rechnung steht die Gesellschaft als Leistende – mit dem Namen, unter dem ihr auftretet, und der Anschrift. Bei der eingetragenen GbR gehört der Zusatz „eGbR“ dazu. Die Steuernummer ist die der Gesellschaft, nicht die eines Gesellschafters.

Alles Weitere ist gleich wie bei jedem anderen Unternehmen: Die Pflichtangaben nach § 14 UStG gelten unverändert, und die Kleinunternehmergrenze zählt für die Gesellschaft als Ganzes – nicht pro Kopf.

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Häufige Fragen

Kostet die Gründung einer GbR etwas?

Die Gesellschaft selbst nicht – sie entsteht formlos. Kosten entstehen nur für die Gewerbeanmeldung jedes gewerblichen Gesellschafters (20–65 €) und, falls gewünscht, für Vertrag und Registereintragung.

Muss jeder Gesellschafter ein Gewerbe anmelden?

Bei einer gewerblichen GbR ja – jeder Gesellschafter meldet für sich an. Bei einer rein freiberuflichen GbR entfällt das, wie bei Einzelunternehmern auch.

Was kostet die Eintragung als eGbR?

Die notarielle Anmeldung und die Registergebühr, zusammen üblicherweise 150 bis 350 € je nach Zahl der Gesellschafter. Der Eintrag selbst ist danach dauerhaft und kostenfrei zu pflegen, solange sich nichts ändert.

Können wir die eGbR später wieder löschen?

Ja, aber nicht beliebig: Die Löschung ist möglich, wenn die Gesellschaft aufgelöst wird oder die Voraussetzungen für die Eintragung entfallen. Ein einfaches „wir wollen nicht mehr“ genügt nicht. Wer flexibel bleiben will, wartet mit der Eintragung.

Zählt die Kleinunternehmergrenze pro Gesellschafter?

Nein. Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuerrechts ist die GbR, nicht der einzelne Gesellschafter. Die 25.000 € des Vorjahres gelten für die Gesellschaft insgesamt.

Rechtsgrundlagen

Diese Seite stützt sich auf folgende Vorschriften. Wir nennen sie, damit du selbst nachlesen kannst – nicht als Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

Diese Seite gibt den Stand vom August 2026 wieder und erklärt die Regel, nicht deinen Fall. Gründung berührt Steuer-, Sozial- und Gewerberecht auf einmal – für die verbindliche Auskunft sind Steuerberatung, Kammer und die zuständige Behörde da.

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