GmbH gründen

Der Weg ist standardisiert und dauert Wochen, nicht Monate. Auch per Video.

Stand: August 2026 · geprüft an den geltenden Vorschriften

25.000 € Stammkapital, davon mindestens 12.500 € vor der Anmeldung eingezahlt und auf jeden Geschäftsanteil ein Viertel. Notarielle Beurkundung, Eintragung ins Handelsregister, danach Gewerbeanmeldung. Zwei bis sechs Wochen, wenn nichts dazwischenkommt.

Der Ablauf in sieben Schritten

#SchrittDauer
1Gesellschaftsvertrag – Musterprotokoll oder individuell1–14 Tage
2Firmenname vorab bei der IHK prüfen lassen (kostenlos, dringend zu empfehlen)2–5 Tage
3Notartermin – vor Ort oder per Videokommunikation1 Tag
4Geschäftskonto eröffnen, Stammkapital einzahlen3–10 Tage
5Notar meldet zum Handelsregister ansofort
6Eintragung – ab jetzt besteht die GmbH1–4 Wochen
7Gewerbeamt, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, Transparenzregister parallel

Schritt 2 wird gern übersprungen und ist der häufigste Grund für Verzögerungen. Weist das Registergericht den Namen zurück, ist der Notartermin verbrannt und muss bezahlt und wiederholt werden. Die IHK prüft vorab kostenlos.

Online-Gründung per Videokommunikation

Seit August 2022 lässt sich die GmbH-Bargründung vollständig online beurkunden – über das Videokommunikationssystem der Bundesnotarkammer. Seit August 2023 gilt das auch für Sachgründungen und für Beglaubigungen von Handelsregisteranmeldungen.

Was du brauchstAnmerkung
Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion eID muss aktiviert sein – das ist die häufigste Hürde
Smartphone mit NFC und AusweisAppzum Auslesen des Ausweises
Rechner mit Kamera und Mikrofonder Termin läuft im Browser
Zusätzliche Gebühr 25 € je Online-Beurkundung, 8 € je Online-Beglaubigung, zzgl. USt

Der Ablauf ist derselbe wie vor Ort: Der Notar verliest, klärt auf, alle unterschreiben elektronisch. Der praktische Gewinn liegt nicht im Preis, sondern in der Terminfindung – gerade wenn die Gesellschafter in verschiedenen Städten sitzen.

Was die Gründung kostet

PostenMusterprotokoll Individueller Vertrag
Notarrund 300–500 €800–2.500 €
Handelsregister150 €150 €
Gewerbeanmeldung20–65 €20–65 €
Stammkapital25.000 €, davon 12.500 € sofort – bleibt dein Geld und darf ausgegeben werden
Gebühren zusammenrund 500–700 € 1.000–2.700 €

Das Musterprotokoll geht nur bei bis zu drei Gesellschaftern, einem Geschäftsführer und ohne Sonderregelungen. Sobald ihr Vesting, Stimmrechtsbindungen, Vorkaufsrechte oder unterschiedliche Anteilsklassen wollt – also bei jeder Gründung mit Investorenperspektive –, braucht ihr einen individuellen Vertrag. Dort am Notar zu sparen, ist die teuerste Sparmaßnahme der Gründungsphase.

Vorgesellschaft: die Phase dazwischen

Zwischen Beurkundung und Eintragung besteht die GmbH in Gründung (i. G.). Sie kann bereits handeln, Verträge schließen und Rechnungen schreiben. Zwei Dinge sind dabei wichtig:

Wer es vermeiden kann, wartet mit größeren Verpflichtungen bis zur Eintragung.

Was nach der Eintragung sofort ansteht

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Häufige Fragen

Muss ich die vollen 25.000 € auf dem Konto haben?

Zur Anmeldung nicht. Es genügen 12.500 €, und auf jeden Geschäftsanteil muss ein Viertel eingezahlt sein. Die restliche Einlage bleibt aber geschuldet und kann jederzeit eingefordert werden – in der Insolvenz zuerst.

Darf ich das Stammkapital ausgeben?

Ja. Es ist Betriebsvermögen und dafür da, benutzt zu werden – Miete, Geräte, Ware, Gehälter. Verboten ist nur die Rückzahlung an die Gesellschafter.

Was ist der Unterschied zwischen GmbH und UG?

Nur das Startkapital und die Rücklagenpflicht. Rechtlich ist die UG eine GmbH, § 5a GmbHG. Details auf UG gründen.

Lohnt sich eine GmbH steuerlich?

Meist erst ab deutlich sechsstelligen Gewinnen, die im Unternehmen bleiben sollen. Wer den Gewinn ohnehin privat braucht, zahlt über Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Kapitalertragsteuer in Summe oft mehr als im Einzelunternehmen – und hat zusätzlich die Buchhaltungskosten.

Kann ich eine GmbH mit Sacheinlagen gründen?

Ja, etwa mit Maschinen, Fahrzeugen oder einer Software. Das erfordert einen Sachgründungsbericht und eine Werthaltigkeitsprüfung durch das Registergericht – aufwendiger und langsamer als die Bargründung.

Rechtsgrundlagen

Diese Seite stützt sich auf folgende Vorschriften. Wir nennen sie, damit du selbst nachlesen kannst – nicht als Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

Diese Seite gibt den Stand vom August 2026 wieder und erklärt die Regel, nicht deinen Fall. Gründung berührt Steuer-, Sozial- und Gewerberecht auf einmal – für die verbindliche Auskunft sind Steuerberatung, Kammer und die zuständige Behörde da.

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