Die vier neuen Pflichten
| Seit | Was | Wen | Zu tun |
|---|---|---|---|
| 19.06.2026 | Widerrufsbutton, § 356a BGB | alle mit Online-Vertragsschluss an Verbraucher | Schaltfläche „Vertrag widerrufen“ plus Bestätigungsseite einbauen |
| 02.08.2026 | KI-Verordnung, Transparenzpflichten Art. 50 | alle, die KI einsetzen | Chatbots und KI-Inhalte kennzeichnen, Einweisung dokumentieren |
| 12.08.2026 | VerpackDG löst das VerpackG ab, verzahnt mit der EU-Verordnung PPWR | jeder, der Ware an Endkunden verschickt | LUCID-Registrierung prüfen; neu Pflichtige bis 12.09.2026 registrieren |
| 02.12.2026 | EU-Plattformrichtlinie ist umzusetzen – Statusvermutung | Plattformarbeit; Ausstrahlung auf andere Solo-Selbstständige möglich | Status sauber aufstellen, mehrere Auftraggeber |
Die neuen Zahlen
| Größe | 2026 | 2027 | Für wen wichtig |
|---|---|---|---|
| Gesetzlicher Mindestlohn | 13,90 € | 14,60 € | alle mit Personal |
| Minijob-Grenze | 603 € im Monat | 633 € | alle mit Aushilfen |
| Grundfreibetrag | 12.348 € | steigt weiter | ab hier greift die Einkommensteuer |
| KV-Mindestbemessung | 1.318,33 € im Monat | – | bestimmt den Mindestbeitrag von rund 278 € |
| Künstlersozialabgabe | 4,9 % (von 5,0 % gesunken) | – | Auftraggeber von Kreativen |
Der Mindestlohn ist die Zahl mit der größten Hebelwirkung: Er steigt in zwei Schritten auf 14,60 € und zieht die Minijob-Grenze automatisch mit – sie ist seit 2022 dynamisch an ihn gekoppelt. Wer kalkuliert, sollte gleich mit dem Wert für 2027 rechnen. Details auf ersten Mitarbeiter einstellen.
Was seit 2025 gilt und immer noch überrascht
| Regel | Worauf achten |
|---|---|
| E-Rechnung empfangen | Pflicht für alle Unternehmen seit 1.1.2025 – auch für Kleinunternehmer. Ein Betrachter genügt, ein neues Programm braucht niemand. |
| Kleinunternehmergrenzen | 25.000 € Vorjahr, 100.000 € laufendes Jahr. Die 100.000 € sind keine Prognose: Wird die Grenze gerissen, endet die Regelung mit diesem Umsatz – nicht zum Jahresende. |
| Kassenmeldepflicht | Neue Kassen sind binnen eines Monats über ELSTER zu melden. Wer die Frist im Juli 2025 verpasst hat, holt es nach. |
| BFSG | seit 28.6.2025 – aber Kleinstunternehmen unter 10 Beschäftigten sind bei Dienstleistungen ausgenommen |
| Aufbewahrungsfrist | Für Buchungsbelege auf acht Jahre verkürzt. Für andere Unterlagen bleibt es teils bei zehn – siehe Aufbewahrungsfristen. |
| W-IdNr. | wird seit November 2024 automatisch vergeben, letzte Stufe 2026. Kein Antrag nötig, keine Änderung im Alltag. |
Was 2027 auf dich zukommt
- E-Rechnung ausstellen wird Pflicht für Unternehmen mit über 800.000 € Vorjahresumsatz – ab 2028 für alle außer Kleinunternehmern. Der Pflicht-Check klärt das in drei Angaben.
- Mindestlohn 14,60 € und Minijob-Grenze 633 €.
- Degressive Abschreibung läuft zum 31.12.2027 aus – wer investieren will, hat bis dahin 30 % statt der linearen Rate.
- Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 schrittweise von 15 % auf 10 % – nur für Kapitalgesellschaften und nur auf einbehaltene Gewinne.
Was sich nicht ändert: die Umsatzsteuersätze von 19 % und 7 %, die Pflichtangaben nach § 14 UStG und die Kleinunternehmergrenzen. Wer im Dezember liest, dass „alles neu“ wird, liest meistens eine Anzeige.
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Erste Rechnung schreiben – kostenlosHäufige Fragen
Betrifft mich als Kleingewerbe der Widerrufsbutton?
Nur wenn Verbraucher auf deiner Website oder in deiner App Verträge abschließen. Wer Angebote per E-Mail schickt und Aufträge unterschreiben lässt, braucht ihn nicht. Eine Ausnahme für kleine Unternehmen gibt es allerdings nicht – es kommt allein auf die Art des Vertragsschlusses an.
Muss ich als Kleinunternehmer E-Rechnungen ausstellen?
Nein, Kleinunternehmer sind von der Ausstellungspflicht ausgenommen. Empfangen können musst du sie trotzdem – seit dem 1. Januar 2025.
Gilt LUCID auch für mein kleines Nebengewerbe?
Ja. Das Verpackungsrecht kennt keine Bagatellgrenze. Sobald du verpackte Ware an private Endkunden verschickst, brauchst du Registrierung und Systembeteiligung.
Was ändert sich 2026 bei den Steuern?
Für Selbstständige wenig: Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 €, die Steuersätze der Umsatzsteuer bleiben bei 19 % und 7 %, und die Kleinunternehmergrenzen sind unverändert. Die größten Änderungen 2026 sind keine Steuer-, sondern Compliance-Themen.
Muss ich KI-Nutzung irgendwo melden?
Melden nein. Kennzeichnen ja: Chatbots müssen als solche erkennbar sein, und synthetische Bilder, Audio und Video sind zu markieren. Mehr ist für den normalen Einsatz nicht zu tun.
Rechtsgrundlagen
Diese Seite stützt sich auf folgende Vorschriften. Wir nennen sie, damit du selbst nachlesen kannst – nicht als Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.
- § 356a BGB – Widerrufsbutton, gilt seit 19. Juni 2026
- Art. 50 Verordnung (EU) 2024/1689 – Transparenzpflichten der KI-Verordnung
- VerpackDG – Verpackungsgesetz-Durchführungsgesetz ab 12. August 2026
- Richtlinie (EU) 2024/2831 – Plattformarbeit, Umsetzung bis 2. Dezember 2026
- § 1 MiLoG – gesetzlicher Mindestlohn
- § 8 SGB IV – geringfügige Beschäftigung, dynamische Minijob-Grenze